Zufriedene Gesichter bei Truck Sport Bernau

Im Prinzip ist man das ja gewohnt – am Ende der Saison, wenn es um die finalen Platzierungen geht, werden die Piloten nervös und gehen besonders motiviert (oder hart) zur Sache. Diesmal war es allerdings ein „normaler“ Rennunfall, der beim achten Meeting der aktuellen Saison für Aufregung sorgte. Schon beim Start zum ersten Championshiprace auf dem Circuit in Zolder kam es zu einem veritablen Crash, nach dem die Fahrzeuge von Markus Bösiger und Benedek Major unbrauchbar zurück blieben. Die beiden Fahrer kamen glücklicherweise mit leichten Blessuren davon. Jedoch wurde die Boxenmauer bei dem Unfall so stark beschädigt, dass die Rennkommissare für den Rest des Wochenendes alle Starts unter gelber Flagge fahren ließen, es durfte in der Anfangsphase also nicht überholt werden.

 

Nach dem Neustart übernimmt zunächst Antonio Albacete die Führung. Sein Dauerkonkurrent Jochen Hahn sucht mit Macht den Weg an die Spitze und bremst sich in der Schikane am roten Cepsa-MAN vorbei. Was allerdings nur mit Hilfe eines „Abkürzers“ gelingt – Hahn durchfährt bei dem Manöver die Schikane und wird mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Nachdem er die nicht mehr ableistet, wird die Strafe in einen Zeitaufschlag von 30 Sekunden umgewandelt, die Antonios Titelkonkurrenten auf den fünften Platz zurückwirft. Markus Oestreich hat die beiden Führenden Markenkollegen im Blick und arbeitet sich kontinuierlich nach vorne, muss aber in der letzten Runde Norbert Kiss vorbeilassen und wird in den Ergebnislisten als Drittplatzierter notiert.

Im anschließenden zweiten Championshiprace scheint den Fahrern der Schreck des verunglückten ersten Starts noch in den Knochen zu stecken. Jedenfalls geht der Lauf ruhig und „sauber“ über die Bühne. Für die Fahrer der beiden vom Team Bernau aufgebauten und betreuten Trucks gibt es diesmal keine Champagnerplätze. Antonio Albacete geht aufgrund der gedrehten Startreihenfolge von Platz acht aus in Rennen und muss sich wegen Bremsproblemen am Ende mit dem sechsten Platz zufriedengeben. Markus Oestreich verbessert sich ebenfalls um zwei Positionen, was bei ihm bedeutet: er startet von Position sechs und landet schließlich auf Platz vier. Was in der Summe vom Team trotzdem als durchaus erfolgreicher Tag gewertet wird, zumal die Trucks bei dem Unfall nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden und in Ruhe für den nächsten Tag vorbereitet werden können.

Der wiederum beginnt mit einem Ergebnis des Zeittrainings um die Superpole, das Seltenheitswert hat: Zum ersten Mal seit langer Zeit liegt am Ende keiner der MAN-Fahrer in Front. Der Tscheche David Vrsecky im Freightliner des Buggyra-Teams hat die schnellste Rundenzeit abgeliefert und rangiert vor Markus Oestreich. Die beiden Titelaspiranten Jochen Hahn und Antonio Albacete belegen die Plätze vier und sechs – „nur“ darf man in diesem Fall wohl anfügen. Im Championshiprace 3 schiebt sich dann nur noch der ungarische MAN-Pilot nach vorne auf einen Podiumsplatz. Am Ende gewinnt Vrsecky, Oestreich freut sich über seinen zweiten Rang vor Kiss, Hahn und Antonio.
Folglich startet Markus im letzten Rennen des Wochenendes von Position sieben, Antonio aus der zweiten Reihe. Der Spanier verbessert sich um einen Platz auf die Rang zwei, „Oese“ fährt ein großartiges Rennen und wird Vierter. Da Jochen Hahn ausfällt, kann Antonio seinen Vorsprung auf den Titelkonkurrenten weiter ausbauen. Markus Oestreich stabilisiert seine Position gegenüber Vrsecky und verliert lediglich zwei Punkte gegenüber Norbert Kiss.

Folglich fällt auch die Wochenendbilanz sehr positiv aus. Zumal das Duo Albacete/Oestreich auch in der Teamwertung erfolgreich unterwegs ist und den Vorsprung weiter ausbaut. Mit ein wenig Glück können sich die beiden schon beim vorletzten Rennen des Jahres in Jarama als Teamchampions feiern lassen.